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<title>Modellbau zu Malsch</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Modellbau zu Malsch</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Als <b>Modellbau zu Malsch</b> bezeichnet man einen in den Jahren 1909 bis 1910 errichteten kuppelförmigen Saalbau, der als Vorentwurf zum <a href="Goetheanum" title="Goetheanum">Goetheanum</a> gilt und vom Waldorflehrer Ernst August Karl Stockmeyer<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> gemeinsam mit seinem Vater Karl Stockmeyer nach Ideen von <a href="Rudolf_Steiner" title="Rudolf Steiner">Rudolf Steiner</a> in <a href="Malsch_(Landkreis_Karlsruhe)" title="Malsch (Landkreis Karlsruhe)">Malsch</a> bei <a href="Karlsruhe" title="Karlsruhe">Karlsruhe</a> entworfen wurde. Der Bau wurde erst in den Jahren 1958 bis 1965 durch den Architekten Albert <a href="Baravalle_von_Brackenburg" title="Baravalle von Brackenburg">von Baravalle</a><sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> vollendet und ist seit 1976 vom <a href="Landesamt_f%C3%BCr_Denkmalpflege_Baden-W%C3%BCrttemberg" title="Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg">Landesdenkmalamt Baden-Württemberg</a> als <a href="Kulturdenkmal" title="Kulturdenkmal">Kulturdenkmal</a> anerkannt.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Um die Unterhaltung des Bauwerks kümmert sich der <i>Modellbauverein Malsch</i>, der auf Anfrage Führungen anbietet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Der damals 21-jährige Ernst August Karl Stockmeyer war als Teilnehmer der <a href="Deutsche_Sektion_der_Theosophischen_Gesellschaft" title="Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft">Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft</a> am Münchener Kongress 1907 beeindruckt von der künstlerischen Einrichtung des gemieteten Veranstaltungssaals. Dieser inspirierte ihn zu einem eigenen Kuppelbau, der durch tragende Säulen gegliedert sein sollte. Durch eine Anfrage an Steiner im Sommer 1908 angeregt, entstand die Idee, einen <a href="Krypta" title="Krypta">kryptaartigen</a> Innenbau mit elliptischem Grundriss zu gestalten.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im August 1908 legte Stockmeyer einen Entwurf für einen Saalbau vor, der eine Säulenhöhe von drei Metern vorsah. Nachdem Steiner am 20. August in Malsch einen Besuch abgestattet hatte, verringerte Stockmeyer seinen Entwurf auf eine Säulenhöhe von nur noch 87 Zentimetern bei einer Gesamthöhe der Säulen mit Mäuerchen von 174 Zentimetern. Möglicherweise war Steiner mit einer Errichtung eines monumentalen Bauwerks, wie es Stockmeyer erwogen hatte, nicht einverstanden. Zum einen bot der Entwurf keine geeignete Bühnenfläche und Zuschauerraum für Aufführungen. Zum anderen war der Ort im einsamen Malscher Waldgebiet auch verkehrstechnisch schwer erreichbar.<sup id="cite_ref-Ohlenschläger,_S._65_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-Ohlenschläger,_S._65-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Am Rohbau mit offenem Dach wurde in einer bewusst ausgewählten <a href="Vollmond" title="Vollmond">Vollmondnacht</a> vom 5. auf den 6. April 1909 unter Teilnahme von Rudolf Steiner und seiner späteren Frau <a href="Marie_Steiner" title="Marie Steiner">Marie von Sivers</a> die <a href="Grundsteinlegung" title="Grundsteinlegung">Grundsteinlegung</a> vollzogen. Nach Fertigstellung im Jahr 1910 diente der Bau Hilde Stockmeyer, der Schwester von Ernst August Karl Stockmeyer, als Versammlungsort für die Malscher <a href="Logenvereinigung" title="Logenvereinigung">Loge</a> <i>Franz von Assisi</i> der Theosophischen Gesellschaft. Seit 1913 ist <i>Franz von Assisi</i> Zweig der <a href="Anthroposophische_Gesellschaft" title="Anthroposophische Gesellschaft">Anthroposophischen Gesellschaft</a>. Danach verwaiste der Bau lange Zeit und diente während des <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkriegs</a> als Übernachtungscamp für Soldaten.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Erst in den Jahren von 1958 bis 1965 wurde der Bau auf private Initiative von der Anthroposophin Klara Boerner und dem Dornacher Architekten Albert von Baravalle restauriert und fertiggestellt. Seither kümmert sich ein Verein um den Erhalt des Bauwerks, der 1976 durch das Landesdenkmalamt als Kulturdenkmal eingestuft wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beschreibung">Beschreibung</h2></div>
<p>Das Malscher Modell weist einige Ähnlichkeiten zur künstlerischen Dekoration und Gestaltung des Saals auf, in dem 1907 die Münchener Pfingstkonferenz der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft stattfand. Die Ost-West-Orientierung des Baus ist nach Steiner ein besonderes Charakteristikum eines <a href="Rosenkreuzer" title="Rosenkreuzer">Rosenkreuzer</a>tempels.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das Innere des Bauwerks mit elliptischem <a href="Grundriss" title="Grundriss">Grundriss</a> wird von 14 jeweils 87 Zentimeter hohen, tragenden Säulen gebildet. Diese sind auf ein hüfthohes, umlaufendes Mäuerchen gesetzt, wodurch innen ein optisch fast abgeschlossener Raum entsteht, um welchen herum eine Art Wandelgang führt. Von jedem dieser beiden Raum-Teile aus ist der Blick zwischen den Säulen hindurch auf den jeweils anderen Teil möglich. Der Innenraum, der kleinere Versammlungen beherbergen kann, weist eine Scheitelhöhe von 261 Zentimetern auf. Das <a href="Ellipsoid" title="Ellipsoid">Ellipsoid</a> der Hauptkuppel misst in der Senkrechten 174 Zentimeter und 281 Zentimeter in Ost-West-Richtung – diese Maße stehen im Verhältnis des <a href="Goldener_Schnitt" title="Goldener Schnitt">Goldenen Schnitts</a> – sowie 232,3 Zentimeter in Nord-Süd-Richtung, was dem <a href="Geometrisches_Mittel" title="Geometrisches Mittel">geometrischen Mittel</a> der beiden anderen Achsmaße entspricht.<sup id="cite_ref-Ohlenschläger,_S._65_5-1" class="reference"><a href="#cite_note-Ohlenschläger,_S._65-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Säulen sind von einem Umgang mit Gewölbedecke umgeben. Im Zentralgewölbe ist (ziemlich weit oben) ein kleines rundes Fenster (ein sogenanntes <a href="Ochsenauge_(Architektur)" title="Ochsenauge (Architektur)">Ochsenauge</a>) so angebracht, dass zum <a href="Fr%C3%BChlingsanfang" title="Frühlingsanfang">Frühlingsanfang</a> gegen 9 Uhr das Sonnenlicht auf die erste nördliche Säule fällt. Die Innenwände des Bauwerks sind <a href="Krapprot" class="mw-redirect" title="Krapprot">krapprot</a> gefärbt und mit den sieben <a href="Planetensymbol" class="mw-redirect" title="Planetensymbol">Planetensymbolen</a> verziert. Auf der <a href="Indigo_(Farbe)" title="Indigo (Farbe)">indigoblauen</a> <a href="Kuppel" title="Kuppel">Kuppel</a> sind die zwölf <a href="Tierkreiszeichen" title="Tierkreiszeichen">Tierkreiszeichen</a> dargestellt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rezeption">Rezeption</h2></div>
<p>Zeitgleich mit dem Goetheanum-<a href="Arboretum" title="Arboretum">Arboretum</a><sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> im Taunus wurde 2001 ein kleinerer Baumkreis, der die Maßverhältnisse des Malscher Modellbaus trägt, am <a href="Fuschlsee" title="Fuschlsee">Fuschlsee</a> gepflanzt.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Erich Zimmer: <i>Der Modellbau von Malsch und das erste Goetheanum</i>. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1979, ISBN 978-3-7725-0694-9.</li>
<li><a href="Sonja_Ohlenschl%C3%A4ger" title="Sonja Ohlenschläger">Sonja Ohlenschläger</a>: <i>Rudolf Steiner (1861–1925). Das architektonische Werk</i>. Imhof, Petersberg 1999, ISBN 3-932526-37-6 (= Diss. Bonn 1991), S. 64–69.</li>
<li><a href="Helmut_Zander" title="Helmut Zander">Helmut Zander</a>: <i>Anthroposophie in Deutschland. Theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884–1945</i>. 2 Bände. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-55452-4. (Habilitationsschrift), Band 1, S. 1076–1078.</li>
<li><a href="Hagen_Biesantz" title="Hagen Biesantz">Hagen Biesantz</a>, <a href="Arne_Klingborg" title="Arne Klingborg">Arne Klingborg</a>: <i>Das Goetheanum. Der Bauimpuls Rudolf Steiners.</i> Verlag am Goetheanum, Dornach 1978, ISBN 3-7235-0211-3, S. 11–12.</li>
<li>Isolde Dautel: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/nbdpfbw/issue/download/1462/200"><i>Urhütte der Anthroposophie. Der Modellbau von Malsch. Am Kaufmannsbrunnen 17</i>.</a> (PDF; 5,8 MB) In: <i>Denkmalpflege in Baden-Württemberg</i>, 41. Jg. 2012, Heft 3, S. 158–162</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.malsch.de/site/Malsch-2022/node/2643399?QUERYSTRING=Modellbau%20Steiner">Beschreibung des Malscher Modells.</a> Gemeinde Malsch</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://anthrowiki.at/Modellbau_in_Malsch">Modellbau in Malsch</a> in anthrowiki.at</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_284.pdf#view=Fit">E. A. Karl Stockmeyer von Vorläufern des Goetheanums</a> in: Rudolf Steiner: <i>Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchner Kongreß Pfingsten 1907 und seine Auswirkungen.</i> GA 284 (1993), ISBN 3-7274-2840-6.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://biographien.kulturimpuls.org/detail.php?&id=676">Biografie zu Ernst August Karl Stockmeyer</a></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://biographien.kulturimpuls.org/detail.php?&id=33">Biografie zu Albert von Baravalle</a></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Ohlenschläger: <i>Rudolf Steiner (1861–1925). Das architektonische Werk.</i> S. 69.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Biesantz, Klingborg: <i>Das Goetheanum. Der Bauimpuls Rudolf Steiners.</i> S. 12.</span>
</li>
<li id="cite_note-Ohlenschläger,_S._65-5"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Ohlenschläger,_S._65_5-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Ohlenschläger,_S._65_5-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Ohlenschläger: <i>Rudolf Steiner (1861–1925). Das architektonische Werk.</i> S. 65.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Ohlenschläger: <i>Rudolf Steiner (1861–1925). Das architektonische Werk.</i> S. 212 (Anmerkung 180).</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Ohlenschläger: <i>Rudolf Steiner (1861–1925). Das architektonische Werk.</i> S. 66.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Bernhard Jarman: <i>The Green Goetheanum Project</i>. In: <i>Star & Furrow</i>, Nr. 114, Winter 2011, S. 39, <span class="-print"><a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a> <span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%221472-4634%22&key=cql">1472-4634</a></span></span> (englisch) (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.biodynamic.org.uk/wp-content/uploads/2020/08/Star-and-Furrow-114.pdf#39">Digitalisat</a>)</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text"><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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</li>
</ol>
<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">48.8740457</span><span class="longitude">8.347612</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:48.8740457,8.347612"><span title="Breitengrad">48° 52′ 26,6″ <abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">8° 20′ 51,4″ <abbr title="Ost">O</abbr></span></a></span>
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